Camping & Reisen

„Den ganzen Tag drinnen sein – das überleben wir nicht“: Eine Familien auf Bikepacking-Abenteuer

Caro und ihre Familie in der Natur

Geschrieben von Melanie Gath

Sie sind “Caro & The Gang”. So beschreiben sie sich auf ihrem Instagram-Channel. Der klassische Begriff der “Familie” klingt für sie einfach nicht passend, auch wenn sie genau das offiziell betrachtet sind. Mama Caro, Papa Sebi, die Zwillinge Matts und Emil (3 ½) und Toni (11 Monate) – das ist sie, die “Gang”. “Wir sehen uns einfach nicht klassisch wie Vater, Mutter, Kind. Jeder in der Gang hat Bedürfnisse. Wir sind auf Augenhöhe. Wir schauen darauf, all diese Bedürfnisse zu stillen und dass niemand zu kurz kommt”, erklärt mir Caro, als ich Mitte Mai mit ihr sprechen darf.

“Ich brauch diesen Trip ganz dringend”

Sie leben im Allgäu – dort ist ihre Base, an der sie gerade ein Haus bauen. Ein Prozess, den die Follower auf Instagram mitverfolgen können. Dass das eine anstrengende Zeit ist, darum machen sie kein Geheimnis. Und Caro erzählt mir direkt am Anfang unseres Gesprächs, dass sie jetzt erstmal ganz dringend wieder auf ihre Räder müssen und zu einer Bikepacking-Tour starten. “Ich brauche diesen Trip ganz dringend”, verrät sie mir. Warum genau, erklärt sie später noch genauer.

Auch der Begriff “Base” ist nicht zufällig gewählt. Caro sagt: “Wir nennen es ‘Base’ und wir bauen hier ein Haus. Aber wir wollen uns nicht festlegen. Wir wollen als Familie, als Gang immer schauen, was uns gut tut und wo unser Leben gerade stattfinden soll.” Aktuell fühlten sie sich dort schon wohl, weil sie sich mit dem Radeln, den Bergen, dem Langlaufen etc. im Sportbereich komplett austoben könnten.

Und der Sport ist ihr Lebenselixier, ihr Glücklichmacher, ihr “Ventil”, ihre “Paarzeit”. “Wir haben uns über den Sport kennengelernt. Übers Radeln und das haben wir nie losgelassen”, erzählt mir Caro. Praktisch von Anfang an seien die Zwillinge im Anhänger dabei gewesen. “Sie sind darin groß geworden.” Diese Zeit, wenn sie zusammen unterwegs seien und die Kinder ihren Mittagsschlaf machten, “diese Zeit nutzen wir, um wieder zu träumen.” Man könne einfach kurz alles ausblenden. “Wir kommen wieder ins Spüren. Wir fühlen unseren Körper, weil wir Sport machen. Wir sind nicht nur da, um die Bedürfnisse der anderen zu erfüllen, sondern auch unsere. Und das wollen wir auch unseren Kindern vorleben.”

Caro und ihre Familie im Allgäu

“..dann bricht irgendwann das Kartenhaus zusammen”

Auf die Frage nach ihrem perfekten Tag erklärt mir Caro, dass sie eher “Team Sonnenaufgang” seien. “Man ist mit Kids früh wach und dann direkt mal rausgehen, Semmel holen und auf den Berg. Das ist für uns der perfekte Start in den Tag.” Während sie weiter von ihrem Morgen erzählt, erwähnt sie das Wort “unprogrammiert”. Sie erklärt, dass man am Abend doch oft so Vieles im Kopf habe. “In der Früh, da ist da noch gar nichts und man füllt es erstmal mit etwas, was einem gut tut.” Dann könne man auch mit den Kindern viel toleranter sein. Das übertrage sich positiv. Sie sagt: “Ich will nicht egoistisch wirken. Ich will doch auch, dass meine Kinder lernen, einen Selbstwert zu haben. Wenn man sich selbst jahrelang aufgibt und alles nur für die Kinder macht, bricht irgendwann das Kartenhaus zusammen.”

Weil ich dieser kleinen Gang schon eine ganze Weile auf Instagram folge, weiss ich, dass das Bike-Setup mittlerweile schon etwas angepasst werden musste. Denn seit sie zu dritt sind, ziehen sie zwei Anhänger. Jeder einen. ”Als Toni neu in die Familie kam, ist der Sport schon erstmal weniger geworden”, sagt Caro. Es fange jetzt erst wieder so richtig an. “Auch in Zukunft wird es sich immer wieder verändern,” sagt sie. Die Touren könnten kürzer werden. Die Räder der Zwillinge könnten in Zukunft auf die Anhänger geschnallt werden, damit sie zumindest die Abfahrten schon selbst machen könnten. “Dann müssen wir vielleicht etwas weg vom klassischen Sportgedanken. Es geht mehr darum, dass man ein Abenteuer startet und schaut, was man daraus macht. Wir müssen flexibel bleiben.”

“Unser Naturell ist es, dass wir Macher sind”

Ich habe in einer Caption gelesen, dass Caro und Sebi “Stillstand und Langeweile” nicht mögen, aber die “Ruhe” suchen. Das macht mich neugierig. Was genau meinen sie wohl damit? Als Mensch, der ich selbst in einem kleinen Bergdorf, weit weg vom Trubel, lebe, habe ich eine Ahnung, aber ich will es genau wissen. “Unser Naturell ist es, dass wir Macher sind. Wir wollen immer irgendwie etwas machen und tun, uns entwickeln und Sachen ausprobieren”, sagt Caro. “Es ist wichtig zu akzeptieren, dass wir so sind. Die Ruhe finden wir in den Momenten, in denen wir keine Erwartungen haben, was passiert.” Sie seien unterwegs, landeten an einem Ort beim Radeln, machten Brotzeit und dann sei die Ruhe da. Ganz ohne sie zu planen.

Postkarte von Caro und ihrer Familie an namuk

Die Welt durch Kinderaugen sehen. So viel Schönes, Überraschendes, Buntes, Ungewöhnliches, Spannendes entdecken, an Orten, wo Erwachsene oft nicht mal hinschauen. Aus Stöcken Zauberstäbe, aus Steinen Glücksbringer machen. Aus Laub ein gemütliches Zuhause für Käfer, aus Baumrinde ein Boot für Ameisen bauen. Immer wieder versuche ich bewusst die Welt durch die Augen meiner Tochter zu sehen, weil sie für mich eine so grosse Inspiration ist. Von Caro möchte ich wissen, ob sie vor allem Inspiration für ihre Kinder sind oder andersherum? Wer inspiriert wen? Und was bedeutet es für sie, die Welt durch Kinderaugen zu sehen?

“Unprogrammiert”

“Wir sehen unsere Kinder als grosse Inspiration, weil sie so unprogrammiert sind”, sagt Caro. “Weil sie uns diese Einfachheit noch zeigen, die wir über die Jahre verlernt haben.” Sie verliere den Bezug zum Kind in sich selbst manchmal, wenn von aussen ganz viel auf sie einpresche. “Dann brauchen wir diese Bikepacking-Trips, um wieder in diesen Minimalismus zu kommen. Ich brauche diesen Trip, damit wir Campen, damit wir am Boden sitzen mit unseren Kindern und ich das wiedersehen und spüren kann, was sie sehen und spüren.”

Auf der anderen Seite hoffe sie aber natürlich, dass auch sie Inspiration für ihre Kinder seien. “Wir wollen ihnen Leitplanken geben.” Dabei gehe es nicht darum, ihnen zu sagen, was sie machen sollen, sondern darum, ihnen Dinge vorzuleben, “die uns Spass machen und uns eine Leichtigkeit geben, um ihnen genau dieses Gefühl mitzugeben.”

Caro mit der Familie am Wasser

“Sie zeigen nicht, wer ich bin, sondern was ich damit mache”

In einem Post von Caro habe ich einen Satz aufgeschnappt: “In der Natur mit der Allzweckhose.” Ich möchte wissen, was dahinter steckt? Was ist das für eine Allzweckhose und was für ein Gefühl steckt dahinter? Caro lacht, als ich sie darauf anspreche: “Es ist eine graue alte Jogginghose. Ich verbinde damit ein Leben, in dem ich nicht im Aussen bin. Ich habe sie zum Schlafen an. Ich wache damit auf. Ich bin damit draussen unterwegs. Ich bin, wenn ich diese Hose anhabe, immer ungeschminkt. Ich kümmer mich nicht ums Aussen, sondern habe mich bewusst für den Moment entschieden. Es ist ein Gefühl, diese Allzweckhose.”

Kennt ihr das? Ich weiss tatsächlich genau, wovon sie spricht und frage nach, ob ihre Kinder so eine Hose vielleicht auch haben? “Die perfekte Allzweckhose für meine Kinder: Sie sollen einfach das Gefühl haben, dass sie nicht auf ihre Klamotten achten müssen. Sie zeigen nicht, wer ich bin, sondern was ich damit mache. Ich muss ihnen nicht sagen: ‘Pass auf. Mach das nicht dreckig.’ Ich muss sie nicht limitieren. Ich kann einfach sagen: ‘MACH.’ Das macht die Allzweckhose von namuk aus”, sagt sie. Konkret sind es die Cordura-Hosen Dash und Scrab. Aktuell liebten sie einfach alles, wo die Eule gross drauf sei. “namuk ist die ‘Eulenfirma’.”

Zwei Jungs rennen am Strand

Zum Schluss frage ich Caro noch, was ihre Kinder zu “Outdoor-Kids” macht. Was bedeutet das für sie genau? “Dass sie sich draussen wohler fühlen als drinnen”, erklärt sie mir. “Wir sind auch Outdoor-Eltern. Wir können draussen mehr mit uns anfangen und bei ihnen ist das auch so.” Matts und Emil hätten so viel Energie und diese könnten sie nur draussen rauslassen. “Sie müssen aktiv sein. Klassische Outdoor-Kids. Sie müssen raus - egal bei welchem Wetter. Den ganzen Tag drinnen sein - das überleben wir nicht.”

Wenn ihr mehr über diese inspirierende Familie wissen wollt und ihnen und ihren Abenteuer als Gang folgen wollt, findet ihr hier ihren Insta-Channel.

Erzähle auch deinen Freunden davon.

News aus der namuk Feder direkt in dein Postfach

Abonniere den Newsletter, werde Teil der namuk Community und profitiere von exklusiven News, Angeboten und Aktionen!

News aus der namuk Feder direkt in dein Postfach

Um dich für den Newsletter zu registrieren, musst du all unsere Cookies akzeptieren.
Nur so dürfen wir deine persönlichen Angaben erfassen.