Interview mit Sascha Muoth und Fatima Buol
von Melanie Gath
Zoey ist 4 Jahre alt, stand mit 17 Monaten zum ersten Mal auf einem Snowboard, singt lauthals Kinderlieder, wenn sie mit Mama Fatima und Papa Sascha über die Piste fegt. Aus der rechten Hosentasche des Schneeanzugs schaut Teddy, der immer dabei ist und gemeinsam mit Zoey die Kurven zählt. Mit ihm wird immer alles besprochen, wie man in den vielen abenteuerlichen Videos auf den Insta-Channels von Sascha und Fatima sieht.
Man kann die Reise der kleinen Snowboarderin fast schon hautnah mitverfolgen. Auch ihre erste Begegnung mit dem Snowboard vom Papi ist hier dokumentiert. War das der Beginn einer grossen Lovestory? Der Beginn dieser besonderen Geschichte von diesem besonderen kleinen Mädchen und ihrem Snowboard?
Feuer und Flamme für das Snowboard
Im Dezember 2022 holt Sascha sein Board aus dem Keller. Auch die Ski von Fatima bringt er mit. Doch Zoey weiss offensichtlich sofort, was sie will. “An den Skiern hatte sie gar kein Interesse. Sie war sofort Feuer und Flamme für das Snowboard”, erzählt Fatima mir im Interview. Zu Weihnachten bekam sie dann ihr erstes eigenes Board. Sascha sagt: “Es vergingen nur drei Wochen vom ersten Kontakt bis zum ersten Mal auf dem Brett im Schnee.”

Heute – nur 3 Jahre später – zieht sie ihre Kurven schon ganz ohne Hilfe von Mama oder Papa. Sie müssen eher aufpassen, dass ihnen ihre Tochter nicht wieder “Schlaftablette” zuruft, wenn sie vorbeikommt. Ich bin neugierig und will wissen, was das Erfolgsrezept der kleinen Familie ist. Haben sie vielleicht sogar konkrete Tipps für uns?
Ein Investment in gemeinsame Zeit
“Wir leben in Graubünden im Tal direkt zwischen den Bergen”, sagt Sascha. “Der Winter geht extrem lang. Daher ist es uns besonders wichtig, dass wir Zoey speziell für diese Zeit im Jahr etwas Tolles mitgeben können.” Er erklärt, dass er so häufig wahrnehme, wie die Leute über den Winter nicht viel Gutes zu sagen hätten. Es sei nur “kalt und grusig.” Er wolle seiner Tochter etwas Positives mitgeben und schenken, damit sie nie im Kummer über den Winter landet. Und Fatima erwähnt noch einen weiteren für sie wichtigen Punkt. Für sie sei es immer ein Investment in gemeinsame Zeit. “Denn je mehr Spass sie jetzt schon daran gewinnt, desto schneller können wir zusammen auf die Piste”, sagt sie.
“Wir sind unglaublich froh und auch stolz, dass sie so einfach ist – in all dem”, sagt Sascha. Damit meint er unter anderem, dass das Rausgehen auch für die Kleinste in der Familie einfach zum Alltag dazugehöre. Wir sind uns schnell einig, dass das auch dem Aufwachsen mit Hund zu verdanken ist. Mama Fatima sagt, dass es eigentlich nie Beschwerden gebe, wenn sie in die Natur gehen. Im Gegenteil. “Wir merken, dass sie durch die Zeit draussen extrem ausgeglichen ist”, sagt Sascha. Schlechtes Wetter existiere für Zoey gar nicht, weil sie als Eltern es auch niemals so kommunizieren oder benennen würden. “Das färbt ab, wenn die Eltern so gerne in der Natur sind”, ist Sascha sich sicher und ergänzt: "Das Kind ist wie ein Spiegel.”

100 Prozent auf die Bedürfnisse vom Kind eingehen
Mama Fatima hat mit 3 Jahren das Skifahren gelernt. Papa Sascha stand in ähnlichem Alter schon auf Ski, wechselte dann aber mit 9 Jahren zum Snowboard. Das meiste habe er sich mit Hilfe von seinem Götti und seinem Onkel selbst beigebracht. Das zu frühe Abgeben in Ski- oder Snowboardkurse sehen beide kritisch, denn das eigene Tempo sei enorm wichtig. “Bei Dingen, deren Lernprozess für Kinder auch mit negativen Erfahrungen verbunden ist, wie zum Beispiel Hinfallen, ist es so wichtig, dass man 100 Prozent auf die Bedürfnisse vom Kind eingeht”, sagt er. “Hat es Hunger, gibt es Essen. Hat es keine Lust mehr, hören wir auf oder machen eine Pause.” Fatima ergänzt: “Wir müssen immer mal wieder an der Piste eine kurze Pause machen. Das geht im Ski- oder Snowboardkurs so nicht. Ich glaube, dass das einen grossen Unterschied macht.”
Ich frage, welche Rolle der Teddy für Zoey tatsächlich spielt. Ist er “nur” ein Maskottchen oder vielmehr der Mutmacher, der beste Freund und grösste Unterstützer auf der Piste? Fatima antwortet: “Beim Snowboarden muss er dabei sein.” Das aktive Miteinbeziehen und Interagieren mit Teddy sei enorm wichtig. Sie erzählt, dass sie das in diesem Jahr anfangs vergessen hätten und “erst als Teddy wieder aktiv einbezogen wurde, konnte Zoey besser fahren.” Sascha sagt: “Der Bär ist ein wichtiger emotionaler Support.”
“Es geht doch eigentlich nur darum, sich Mühe zu geben”
Mir fällt beim Schauen der Reels auf, dass diese 4-jährige Snowboarderin einen bewundernswerten Ehrgeiz mit auf die Piste bringt. Mama und Papa sagen, dass es sogar fast schon ein bisschen zu viel sei. Woher das kommt, könnten sie sich aber auch nicht wirklich erklären. “Wir sagen ihr immer wieder, dass es nicht darum geht, die Beste zu sein. Es geht doch eigentlich nur darum, sich Mühe zu geben”, sagt Sascha und so würden sie es Zoey auch kommunizieren.
“Wie genau habt ihr es geschafft, dass eure Tochter schon jetzt in diesem Alter so sicher und cool auf dem Board unterwegs ist?”, möchte ich wissen. Saschas Tipps: “Nicht so viel Angst haben. Nicht streng sein. Das Lernen mit so viel Spass verbinden wie möglich. Und Geduld.” Laut ihm sei das Abschauen und Hinterherfahren bisher gar nicht so wichtig gewesen. “Sie ist oft viel zu sehr in ihrem eigenen Film und macht die Dinge eher intuitiv." Er glaubt, dass sich die Lernart ab jetzt aber nochmal stark verändern könnte, weil sie jetzt schon einen viel sichereren Stand hat.

Mitunter der grösste Gamechanger und das wichtigste Hilfsmittel war bisher ganz offensichtlich der Rucksack. “Der ist sensationell. Stabil. Es gibt verschiedene Befestigungspunkte. Das ist eine 10 von 10”, sagt Sascha. Der MDX ONE sei für das Snowboarden, im Vergleich zu anderen Rucksäcken, die auch für das Skifahren genutzt werden, “unschlagbar”.
“Die Fleecejacke hat sie das ganze Jahr an”
Fatima ergänzt: “Auch das richtige Snowboard ist wichtig.” Anfangs hätten sie eines mit eher zu harten Kanten gehabt. “Jetzt hat sie ein Board, das Fehler etwas mehr verzeiht. So macht das Fahren noch mehr Spass.” Und auch die richtige Kleidung mache aus ihrer Sicht einen grossen Unterschied. “Die Kleidung von namuk ist da unvergleichbar”, sagt Sascha. “Sie ist durchdacht. Das ist ein mega Mehrwert.” Fatima erzählt, dass vor allem der WC-Reissverschluss und die versteckten Hosenträger schon einige Male zum Einsatz gekommen seien. Sascha sagt, dass sie vor allem “Qualität und Design schätzen”.
Ich bin neugierig und möchte wissen, welche Produkte von der Eule mit Zoey auf Abenteuer gehen. “Alles, Merino-Thermounterwäsche, Socken, Pullover, Hose, Skianzug, Fleecejacke, Handschuhe, Brille und Helm, Schlauchschal”, zählt Sascha auf. Und Fatima fügt noch hinzu: “Die Fleecejacke hat sie das ganze Jahr an.” Ich habe die Chance auch Zoey direkt nach ihrem Lieblingsteil zu fragen, und sie sagt ihrer Mama leise ins Ohr: “Die Handschuhe.”

Essen und Trinken dürfen nie fehlen
Einen letzten Tipp bezüglich Ausrüstung haben sie noch: “Ein guter Rucksack für die Eltern ist wichtig. Schon alleine für den Weg, bis man mal auf der Piste ist”, sagt Fatima. “Dann ist ihnen heiss. Dann müssen die Handschuhe weg, die Jacke vielleicht aus.” Bei einigen Rucksäcken könne man sogar das Snowboard noch hinten dranhängen. Ansonsten dürften natürlich Trinken und Snacks nicht fehlen. “Ohne würde es gar nicht gehen”, sagen die zwei und lachen dabei. Ich nicke mehr als verständnisvoll.
“Was macht die gemeinsame Familienzeit im Schnee und auf der Piste mit euch?”, frage ich ganz zum Schluss. Sascha antwortet: “Es ist so schön, das zu erleben. Ich denke dabei so oft, ich wäre gerne wieder ein Kind. Das ist alles so unbeschwert.” Natürlich gehörten auch Hürden dazu, an denen man wachsen könne, “aber so entstehen Hobbys, die man gemeinsam machen kann”, sagt er. Und Fatima ergänzt: “Wir hoffen natürlich, dass sie das mit 14/15 Jahren auch noch mit uns machen möchte. Man sammelt einfach schöne gemeinsame Erinnerungen in der Natur.”
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Sascha hat auch schon bei unserem Briefformat mitgemacht und Zoey ein paar Zeilen geschrieben. Den wunderschönen Brief findet ihr hier: Ein Brief an meine Tochter – von Sascha Muoth.






















